Tief

Jedes Jahr ist es dasselbe. Man setzt sich ein Ziel und beginnt extrem motiviert an diesem Ziel zu arbeiten. Und dann – bei mir sind es meistens so ca. 6 Wochen vor dem Wettkampf – beginnt der grosse „Hänger“. Die Versuchung ist dann gross, anstatt am Samstagmorgen auf die lange Runde zu gehen, einfach mal die Beine baumeln und den Tag gemütlich angehen zu lassen. Es kommen Gedanken auf wie „Warum mache ich das Ganze überhaupt“ oder „Eigentlich ist es ja nicht so schlimm wenn ich für den Marathon 10 Minuten länger brauche und ich die nächste Woche nicht trainiere“.

In dieser Situation ist es dann für mich immer wichtig zu beurteilen warum ich diesen Unlust am Training habe? Meist ist es ja so, dass Körper und Geist von den vielen im Winter und Frühling absolvierten Training einfach nur Müde sind und es ganz normal ist diesen „Hänger“ zu haben. Dann versuche ich mich meistens mit positiven Gendanken zu motivieren. Ich stelle mir bereits den freudigen Zieleinlauf vor oder stelle mir eine Liste mit allen „Belohnungen“ nach dem Wettkampf zusammen. Z. Bsp. die Pizza am Abend des Wettkampes, das Ausschlafen ohne Training danach, einen Tagesausflug mit der Familie ohne an das Training denken zu müssen und so weiter und so fort. Ausserdem hilft mir ein besonderer Gedanke immer sehr: „Jetzt hast du so viele Stunden auf dem Rad, in den Laufschuhen und im Becken verbracht, hast gelitten und geschwitzt. Willst du jetzt wirklich kurz vor dem Ziel aufgeben und deinen Formstand verlieren“?

Die Demotivation könnte aber auch von einem Übertraining kommen und dann ist das Ganze nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Dies zeigt sich dann in wirklich grosser Unlust, ständiger Müdigkeit, ein immer überhöhter Puls und weiteren Symptomen. Da hilft dann nur den Trainingsumfang extrem zu reduzieren oder sogar ganz mit dem Training aufzuhören. Ausserdem sollten die Ziele neu definiert oder weit in die Zukunft verschoben werden.
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