Fieber, ein Engel und ein Teufel

Schlecht geschlafen, und aufgewacht mit einem leichten Kratzen in Hals. Auch der Kopf brummt und der Fiebermesser zeigt leicht erhöhte Temperatur. Auf dem Plan steht die letzte lange Laufeinheit vor dem Frühlingsmarathon. Seit 6 Monaten dauert die Vorbereitung, lange Läufe, Intervalltrainings und Krafteinheiten. Alles ist nach Plan gelaufen und nun dies. Soll ich nun die Einheit ausfallen lassen oder durchziehen? Natürlich ausfallen lassen. Schon einige Male habe ich ja schliesslich gelesen, wie gefährlich es sein kann, mit einer Erkältung oder sogar einer Grippe lange Einheiten oder Intervall-Trainings zu absolvieren. Ich drehe mich also noch einmal auf die andere Seite und versuche wieder einzuschlafen. Da meldet sich das Teufelchen. “Hast du nicht gerade gestern wieder in einem Artikel gelesen, wie wichtig die letzte lange Einheit vor einem Lauf ist?” Ja, eigentlich richtig und so schlimm hat es mich ja gar nicht erwischt. Also nicht auf Memme machen, die Laufschuhe geschnürt und ab auf die Strecke! Kaum sind die Laufschuhe aber an den Füssen, kommt das schlechte Gewissen wieder. Was, wenn ich nun laufe und an- schliessend erwischt es mich so richtig? Dann ist die ganze Vorbereitung für die Katz und ich kann den Marathon eventuell nich einmal laufen. Also doch zu Hause bleiben?

So kann das noch eine ganze Weile weitergehen. Dabei gibt es eigentlich nur eine richtige Entscheidung. Zu Hause bleiben und den Lauf sausen lassen. Mit einem bisschen Halsweh kann man sich ja noch überlegen eine ganz lockere, kurze Einheit anstelle des Longjogs zu machen, aber sobald der Fiebermesser auch nur eine leicht erhöhte Temperatur anzeigt, sollte auf jede sportliche Aktivität verzichtet werden! Der Körper hat schon genug damit zu tun mit dem Fieber fertig zu werden. Packe ich nun noch eine schwere Trainingseinheit obendrauf, kann dies schwere Folgen haben. Ich will hier nicht auf die medizinischen Folgen eingehen, denn erstens bin ich dazu nicht kompetent genug und zweitens gibt es tonnenweise Informationen dazu in Web. Aber was ich kann, ist zu versuchen dich mit einer kleinen Risikogegenüberstellung zu beruhigen.

Auf der einen Seite also, stehen 6 Monate hartes Training und potential nun eine, oder im schlimmsten Fall vielleicht zwei Wochen, in denen nicht trainiert werden kann. Natürlich sind die letzen Einheiten vor einem Wettkampf wichtig, aber viel wichtiger ist, dass 6 Monate hart trainiert wurde und der Körper nun optimal auf den Wettkampf vorbereitet ist. Ja, es kann sein, dass der Marathon aufgrund dieser Ausfälle nun eine oder zwei Minuten langsamer gelaufen wird, aber mit den vielen, hoffentlich qualitativ hochstehenden Einheiten wurde einen Basis gelegt, die nicht so schnell wieder zerstört werden kann.

Auf der anderen Seite, stehen 6 Monate hartes Training und eine mögliche Herzmuskel- entzündung oder andere schwere Erkrankungen und daraus resultierend, eine mögliche Nichtteilnahme am Wettkampf. Also 6 Monate schwitzen, rackern und haufenweise Entbehrungen für die Katz. So gesehen, ist die Rechnung doch ziemlich einfach. Also zu Hause bleiben, Tee trinken und sich auf den bevorstehenden Wettkampf freuen.

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